19.02.2017

Gedichte v. Aloys Schreiber: Der Strom der Zeit (31)





Der Strom der Zeit

Dunkel rauscht des Stromes Welle,
Wo kein Stern am Himmel steht,
Niemand sah noch seine Quelle,
Niemand weiß, wohin er geht.

Was am Ufer fröhlich grünet,
Reißt er mit in seinem Gang,
Und des Stromes Gottheit sühnet
Weder Opfer noch Gesang.

Und es wird die Nacht so schaurig,
Und der Schiffer sieht kein Land,
Und die Erde steht so traurig,
Wie aus Gottes Blick verbannt.

Aber an des Aethers Bogen
Plötzlich tritt ein Stern hervor,
Und schweigt der Groll der Wogen,
Und es reißt der Wolkenflor.

Stern der Liebe, den wir sehen,
Tröstend ist dein Angesicht!
Wirst nur du am Himmel stehen,
Dann vergeht die Erde nicht.

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