2017-02-20

Gedichte v. Aloys Schreiber: Lied beym Rhein-Übergange (45)



Lied beym Rhein-Übergange

Sey gegrüßet, Vater Rhein,
Gerne hörst du Deutsche Lieder,
Deutsch und frey bist du ietzt wieder,
Und du sollst es immer seyn.

Hemme deines Zorns Gebraus,
Denn du trägst nun deine Rächer!
Deines Weines einen Becher
Gießen wir am Ufer aus.

Einen zweyten trinken wir!
Sie, die aus der Ferne kamen,
Und von dir die Fessel nahmen,
Sollen leben für und für.

Werft die Becher in Fluth!
Untergehen, untergehen,
Und die Sonne nicht mehr sehen
Müsse die Tyrannen-Brut!

Lebe wohl, du Alpen-Sohn!
Kühn, wie du, im raschen Gange,
Mit dem Schwert und dem Gesange,
Schlagen wir des Feindes Hohn.

Lebe wohl! am fernen Strand,
Von des Todtenfeldes Grauen!
Werden wir herüber schauen

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