15.02.2017

Gedichte v. Aloys Schreiber: An meinem Geist (5)





An meinen Geist

Geist, oh Geist, was stürmst du so?
Willst du brechen deine Bande,
Willst entstehn zum Sonnenlande?
Warst ja sonst der Erde froh!

Schüttle deine Schwingen nicht
Furchtbar, wie des Wetters Toben,
Wolken ziehen auch dort oben,
Blitze sind ein schreklich Licht!

Diese Hütte, schone sie!
Gern will sie dir Herberg' geben,
Sieh, ihr bleiches, mattes Beben,
Solche Schläge trug sie nie.

Reißt es dich so mächtig fort?
Hast du einen Ruf vernommen,
Sollst du in die Heimath kommen?
Trennung ist ein schweres Wort!

Aber stürme, reiß' dich los,
Morsches Haus, o fall' zusammen,
Schwing', o Geist, aus Grabesflammen,
Schwing' dich in der Gottheit Schooß.

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