21.02.2017

Gedichte v. Aloys Schreiber: Rosalinde (48)



Rosalinde

Sie wallte sinnig und allein
Im hellen Wiesenthal ,
Es floß um sie ein gold' ner Schein
Vom letzten Abendstrahl.

Die Blumen flüsterten ihr zu:
O blick' uns freundlich an,
Denn uns' re Königinn bist du,
Wir sind dir unterthan!

Es weheten im linden Hauch
Die Blüthen auf sie hin;
Es rief die Nachtigall im Strauch:
Laß mich doch mit ihr zieh'n.

Da tönte in der Wald-Capell'
Ein frommes Glöcklein fern,
Sie faltete die Hände schnell
Empor zum Abendstern.

Es kam der Mond hervor, und sah
Der Frommen Angesicht.
Als eine Heil' ge stand sie da,
Verklärt im Silberlicht.

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