2017-02-21

Gedichte v. Aloys Schreiber: Wald-Musik (49)



Wald-Musik

Wunderbare Töne klingen
Aus dem Eichengrund hervor,
Töne, die den Muth beschwingen,
Töne, die dem Frieden bringen,
Den das kranke Herz verlor.

Führt sie einen Geisterreigen
Diese Götter-Melodie?
Alle Vögel in den Zweigen,
Alle Blätter ruh'n und schweigen,
Und der Pilger beugt das Knie.

In der Hörner Zauberklängen
Thut sich Wunderbares kund;
Mit verklungenen Gesängen,
Mit dem Grau'n in Waldesgängen
Sind sie im verschwieg' nen Bund.

Könnt' ich ins Verborgne sehen,
Die Gestalten säh' ich klar,
Welche hier vorüber gehen,
Welche dort im Kreise stehen
Um den alten Felsaltar.

Dem geheimnißvollen Liede
Sind die Gräber aufgethan,
Ausgerastet hat der Müde
Schicket sich zum Opfer an.

Schild und Schwerter rasseln wieder,
Und des Barden Ruf ertönt:
„Deutsche sind und bleiben Brüder“!
Eine Flamme fährt hernieder,
Und der Himmel ist versöhnt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de