2017-02-20

Gedichte v. Aloys Schreiber: Frühlingslied (39)



Frühlingslied

Es weht und säuselt wieder
Des Frühlings neue Luft,
Hell schaut der Himmel nieder,
Und blickt in jeder Brust.

In kühlen Waldesgängen,
Im grünen Dämmerschein
Da wiegt, bey süßen Klängen,
Das Herz sich selber ein.

Die fromme Lerche hebet
Sich jubelnd von der Au,
Ihr Morgenlied verschwebet
Hoch in dem reinen Blau.

Doch dunkle Wolken kommen
Herauf von Mitternacht;
Es wird die Brust beklommen,
Der hohle Donner kracht.

Der Eiche Wipfel qualmen,
Die bange Lerche flieht
Zum Nest, wo zwischen Halmen
All' ihre Freude blüht.

Der Adler aber dringet
Kühn durch des Wetters Bahn,
Die Kraft des Fittichs zwinget
Kein tobender Orcan;

Er läßt die Blitze sprühen,
Er hört den Donner nicht,
Er läßt die Wolken ziehen,

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