2017-02-02

Gedichte v. W. Michel: Furcht (21)



 Furcht

Ein dumpfes Grauen ging und ging
Rund um mein Haus den bösen Ring.
Gespenster hat es im Geleit
Mit Knochen dürr, mit Augen weit,
Die wissen, was im tiefsten Schacht
Verbirgt das Herz der Mitternacht.
Sie stehen bleich in dunkler Tür,
Sie kichern grausam hinter dir,
Sie winken mit der Schattenhand
So still und weiss aus schwarzer Wand,
Dass du in kaltem Grau'n verbrennst
Und deine Hände nicht mehr kennst.
Die Nacht ist schwarz, der Mond ist weiss.
Sie ziehen um dein Haus den Kreis.
Sie machen dir dein Hirn zu Blei
Von Mitternacht bis Hahnenschrei.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de