03.02.2017

Gedichte v. W. Michel: In tiefer Nacht (28)



In tiefer Nacht

Die Nacht ist schwarz um mich erschwollen,
Nur Himmelslichter sind gefeit.
Da ist im Finstern mir erschollen
Ein Männersang voll Kraft und Leid.

Nun hör' ich wohl die Glocken läuten
So tief und bang, so trüb und treu,
Als wollten sie mich ernst bedeuten,
Wie schwer des Nachts das Leben sei.

Wer löst dies bange, dunkle Streben?
Wer deutet all die Angst und Not?
Ich bin so tief vermummt ins Leben —
Tod heisst des Lebens Morgenrot.

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