2017-02-04

Gedichte v. W.Michel: Träume (43)




 Träume


Nicht satt am Leide, das mich krankt,
Erdicht' ich mir unwirkliches Geschick.
Ich geh', in bösen Traum versenkt,
Und töte träumend mir mein liebstes Glück.

Den Mund, der mich in Nächten küsst,
Lass' ich verwelken unterm Todeskuss.
Ich grab' in Erde, was mir teuer ist,
Und rufe auf, was mich verwunden muss.

All was mich liebt, dem träum ich eine Bahre.
All' was mich quält, dem träum' ich goldne Zeit.
Träumend bewein' ich, was ich wach bewahre.
Sei gut, mein Leben! Traum, du gib mir Leid.

 
 






















       

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