2017-02-13

Gedichte von A.Friedmann: Auf dem Grab der Mutter (23)



Auf dem Grab der Mutter

Sah, wohin die Wolken gehen,
Die ob unserm Dörflein stehen,
Weiser Vater, sag's geschwind!
Ja, mein Söhnlein, ja, mein Kind!

Sie gehn hin, wohin die Rosen,
Die der Sommer streute, gehen.
Weißt Du nun den Weg der Wolken?
Nein, ich kann dich nicht verstehen!

Sag', wohin denn gehn die Rosen, 
Vater, wenn die Stürme tosen?
Weiser Vater, sag's geschwind!
Ja, mein Liebling, ja, mein Kind!

Dahin, wo die Jahre gehen,
Die halb reif, auch schon verwehen!
Weißt Du nun den Weg der Rosen?
Nein, ich kann dich nicht verstehen!

Sag', wohin denn gehn die Jahre,
Deren Schwinden ich gewahre?
Weiser Vater, sag's geschwind!
Ja, mein süßes Enkelkind!

Dahin, wo auf seiner Reise
Alles auf der Erde will!
Und das Kind blickt auf zum Greise,
Macht des Kreuzes Zeichen still.

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