2017-02-12

Gedichte von A.Friedmann: Lehre (15)



Lehre

Ein Schmetterling zur Rose sprach:
„Du hast viel hundert Flügel!
Mit zweien stieg' dem Glück ich nach-
Dich hält der Stamm am Zügel!

Mit all' den roten Flügelein
Kannst Rose, Du nicht fliegen! „
Die Rose sah nur spöttisch drein
Und hat ganz still geschwiegen.

Auf's Schwesterröslein, wie ein Kuss,
Ließ leicht der Fant sich nieder.-
Ein Menschenpaar im Lenzgenuß
Strich durch des Gartens Flieder.

Das Mädchen nahm den Schmetterling
Beim Flügel voll Rubinen.-
Die Rose sprach: „Sieh, leichtes Ding,
Wozu die Flüglein dienen!-

Den Flügeln, d'ran Du aufwärts schwebst,
Ist nun der Schmelz verschwunden:
Der Drang, durch den zumeist Du strebst,
Wird dich zuerst verwunden! „

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