21.02.2017

Gedichte von Carl Busse: Abendstille (3)




Abendstille

Abendstille, weich und warm,
Kaum ein Hauch zu spüren,
Stehn die Mädchen Arm in Arm
Plaudern vor den Thüren.

Fliegt das Mäulchen noch so spät
Ohne Ziel und Maßen,
Horchen, wie der Wagen geht
Durch die stillen Straßen.

Kläfft der Spitz den Rädern zu,
Die gemach entschwinden,
Süße, sanfte Sommerruh
Sinkt ins Laub der Linden.

Nur ein ferner Burschensang
Tönt noch hin und wieder,
Seelchen lauscht dem Heimatsklang
Alt gewohnter Lieder,

Zieht zur lieben Sommerzeit
Still erträumte Bahnen,
Ach, du wanderst viel zu weit,
Seelchen, lass dich mahnen!




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