23.02.2017

Gedichte von Carl Busse: Der Hochzeitstag-2 (13)




II.

Die Myrthen verdorrten in Freud und Leid,
Der weiße Schleier ward gelb mit der Zeit.

Großmütterchen zählt an die siebzig Jahr,
Ihr Herz blieb jung, ihr Auge noch klar.
Sie blickt nach draußen und träumt dabei,
Das alles, alles wie früher sei.

Und draußen ziehen mit Kling und Klang
Fünf Musikanten den Weg entlang.
In weißen Kleidern die Mädchen gehn,
Frührosen feiern ihr Auferstehn,
Und Busch und Baum, wohin man späht,
Sind über und über mit Blüten besäht

Großmütterchen werden die Augen naß,
Sie lächelt und spricht, weiß selbst nicht, was:
„Mein lieber Himmel so blau, so rein,
Das muß eine Gnade vom Herrgott sein,
Und lauter Blumen und Lerchenschlag-
Genau so war mein Hochzeitstag. „




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