2017-02-28

Gedichte von Carl Busse: Seelengeheimnis (59)




Seelengeheimnis

Was tief im Grund sich birgt,
Keiner kann' s künden,
Was heimlich Großes wirkt,
Wer will's ergründen?

Dir selber unbewusst
Liegt es verschleiert,
Bis es in tiefster Brust
Auferstehn feiert.

Kommt wie der Dieb so sacht,
Hebt sich zum Leben,
Fühlst es um Mitternacht
Rätselvoll weben.

Dann wird voll Graun dir klar
Dein innres Wesen,
Das fremd du immerdar
Dir selbst gewesen.

Das etwas in dir ist
Und lebt im stillen,
Was einzig Richtschnur ist
Für deinen Willen,

Das frei wir keine Spur
Hier ziehn auf Erden,
Daß wir doch alle nur
Geleitet werden.

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