2017-02-03

Gedichte von W. Michel: MÄNNER (33)



 Männer

Ich ging in Pracht des Frühlings durch den Wald.
Von allen Düften wogte da ein Singen.
Hell tönte durch die Einsamkeit das Klingen
Der goldnen Kelche, drin das Leben wallt.

Ein Rausch und Taumel wollte mich umfliegen,
Da ich ersah die Pracht der tausend Weiber,
Die heiss von Brünsten in den Wäldern liegen,
Vor goldnen Spiegeln dehnend ihre Leiber.

Doch tief im Grunde eine Glocke scholl
Ernst wie um Mitternacht durch das Gebraus
Ich dachte derer, die der Sehnsucht voll
Die Fackel werfen in das eigne Haus.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de