2017-02-03

Gedichte von W. Michel: PAN SINGT (34)



Pan singt:

Und meine Wangen waren rot.
Doch da ich einst im Walde war,
Da kam der Frühling auf mich dar;
Ein kleiner Vogel sang mich tot . . .

Ich segnete im Feld das Brot.
Die Sonne schien mit heissem Schein.
Im Aehrenfelde schlief ich ein.
Ein Blümlein duftete mich tot . . .
Die Weiber klagten.

Ich wandle durch den grossen Ring
Der Dinge, welcher steigt und fällt.
Ich suche einen Schmetterling.
Und weil ich suche, lebt die Welt . . .

Einst fand ich meinen Schmetterling.
Die Berge fielen, und das Licht
Der Sonne losch im grossen Ring.
Jedoch der rechte war es nicht,
Der, den ich suchte ...

Ein Mädchen stand im Abendrot
Und schaute nach dem Berg hinauf.
Die Sterne waren stumm und tot.
Dann tat sie, wie verträumt und müd
Die Lippen auf und sang das Lied —
Da gingen erst die Sterne auf.

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