2017-02-04

Gedichte von Wilhelm Michel: Sturm (39)



Sturm

Welch ein heimatloses Klagen
Hat der wilde Sturm entfacht?
Missgestaltne Töne jagen
Durch die meilenweite Nacht.

Wie sie schrillen, wie sie locken
Toten Trug und bösen Wahn!
Ungezähmter Feuerglocken
Fremde Sehnsucht haucht mich an.

Bräche jetzt in dieses Bangen
Wild herein die Harmonie!
Schlüge jetzt in dies Verlangen
Ein Erfüllen gleiss und glüh!

Wolken rinnen dumpf zusammen —
Bräche jetzt von hoher Wacht
Heller Sieg der Zauberflammen
Durch die meilenweite Nacht!


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