03.03.2017

C.Busse-Vagabunden: Abschied im Frühling (7)





Abschied im Frühling

Sie stand an der Thür und schützte die Augen
vor'm Licht,
Sie sagte nur immer: „Ich glaub's nicht.“
Sie sagte nur immer: „… und daß ich jetzt gehe
Und dass ich dich niemals mehr wiedersehe…
Mehr sagte sie nicht. Und vom Erker stahlen
Durchs ganze Zimmer sich Sonnenstrahlen.

Ihr Handschuh fiel nieder, wir bückten uns beide,
Ich hörte das Rascheln von ihrem Kleider.
Dann hab' ich sie rasch an die Brust genommen.
Und wir hörten vom Flure die Mutter reden,
Noch einmal ein schmerzreich Glück für jeden…
Dann riss sie sich los-„Behalte mich lieb“,
Und dann war sie fort…, derweilen die Sonne
Mir Ströme des Lichts durch die Scheiben trieb-

Heut ist auch das verschmerzt und vergangen,
Viel andre haben am Hals mir gehangen.
Und nur zuweilen, Im leuchtendsten Mai,
In Licht und Lachen, fällt es mir bei:
Wie oft im innersten Herzensgrunde
Mich schon ein tiefes Verwundern befing,
Das einst in der bittersten Lebensstunde
Frühling und Sonne nicht mit dir ging.

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