06.03.2017

C.Busse-Vagabunden: Einsame Zecher (23)




Einsamer Zecher

Nun sitz' ich hier und trink' und träume wieder,
Der Becher vor mir blitzt und lacht,
In meinem Ohre klingen Burschenlieder,
Als säng' ein andrer sie durch stille Nacht.
Ein ferner Freund-jucheh, er sei gepriesen,
Wenn seinen Namen auch das Dunkel hüllt,
Doch stößt sein Becher klirrend gegen diesen,
Den ich zum zehnten Mal gefüllt.

Heut ist die Zeit der Weibsen und der Knechte
Und allem Kleinvieh schwillt der Kamm,
Ich aber bin aus herrischem Geschlechte
Um meine Fäuste zeigen euch den Stamm.
Stets pfiff der Stahl das liebste meiner Lieder,
Die Klinge zuckt-der erste Hieb, er g'nügt,
Und schlag' ich nicht, so trink' ich alles nieder
Was sich nicht meinem Willen fügt.

Viel Freunde hatt' ich. O mit manchen lieben
Hab' ich das Glas in später Nacht geleert,
In welcher Enge sind sie nun geblieben,
Wo wieder mir ein voller Krug bescheert?
Frag' nicht darnach…. Versimpelt und verloren.…
Der wiegt ein Kind und dieser hat ein Amt,
Und jene Glut, die wir vereint beschworen,
In Staub und Alltag ist sie längst verflammt.

Mir brennt sie noch! Und jeder arme Seele,
Die wild und weh heut meiner Freiheit denkt,
Ein Burschenlied sei ihr aus voller Kehle,
Ein tiefer Trunk aus diesem Glas geschenkt!
Und vorwärts trag' ich, den ich früh erbeutet,

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