12.03.2017

C.Busse-Vagabunden: Heimliches Glück (60)




Heimliches Glück

Es giebt so Stunden… Im Werktagslauf
Nur dieser und jener achtet darauf.
Stunden, die man erst später segnet,
Wo einem so recht was Liebes begegnet.
Und hat es nicht viel Verstand und Sinn,
Sonnt sich doch das Herze drin.

Da hab' ich neulich in solcher Stunden
Ein Mädel gefunden.
Schritt so la la mit wiegendem Gang
Durch Hast und Lärm die Straßen entlang,
Hat sich ins bunteste Treiben gemengt,
Die Arme recht wie ein Junge geschwenkt,
Mit Zöpfen und breitem Strohhut ging's-
Und die lachenden Augen bald rechts, bald links.

O diese Augen… Die Fröhlichkeit!:
Gott grüß euch alle, wie ihr da seid!
Was auch auf Erden wibbelt und webt,
's ist doch was feines, wenn man lebt!-

Ein kurzes Glück im Gassen und Gehn,
-Wenige werden es nur verstehn!
Doch wenn ich in Sorgen so sinn' und sitz',
Dann kommt's wie ein Leuchten, ein Sonnenblitz:

Das Köpfchen fröhlich, marienblond,
Recht wie von himmlischem Licht umsonnt,
Und Augen durch Dunkel und Traurigkeit:

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