2017-03-04

C.Busse-Vagabunden: Johannisnacht (9)





Johannisnacht

Johannisnacht-hellste Nacht,
Hast mir sehnendes Leid gebracht!

Ich sah im Dunkeln zwei Buhlen gehn,
Goldne Sterne hab' ich fallen sehn,
Und war ein Wispern in allen Landen,
Wo Gärten blühten, wo Sträucher standen,
Das war wie der heimlichste Wind so fein
Konnt' doch der heimliche Wind nicht sein,
Lief über den Rasen wie Mädchenschuh
Und die Nachtigallen schlugen dazu.…

Das hat mich mein Herz zu früheren Tagen
Zurückgetragen,
Als über den Bergen die Feuer sich schwangen
Und die Burschen sangen.
Schmucke Dirnen, den Strauß am Mieder,
Juchten ins dämmernder Thal hernieder,
Krachten die Scheite-und Lieder und Flammen
Grüßten die Ferne und schlugen zusammen!

Und einst, in heller Johannisnacht,
Hab' ich mir die Feuer entfacht!
Zuckte der Schein über Schläfen und Stirnen,
Lachten die Burschen und kreischten die Dirnen,
Bis endlich Paar um Paar sich umschlungen
Und über die lohende Scheite gesprungen.

Erst dann, mit heimlichen Stoßgebeten,
Sind wir vor die knisternden Brände getreten.
Als ging's in ein glühendes Höllennest,
Hielt ich dich fest,
Und als ich dich über die Flammen getragen,
Es ist dir der Rauch in die Röcke geschlagen,
Hoch schrecktest du auf und sprachest den Segen,
Hast zitternd mir drüben im Arme gelegen,
So kurz wie ein Funke versprüht am Scheit
-War doch wie ein Wunder der Ewigkeit.

Johannisnacht-hellste Nacht,
Hast mir sehnendes Leid gebracht!
Dich grüßen die Feuer mit rötlichem Rauch,
Mein zuckendes Herze-das grüßt dich auch!
Doch werden die Leuchten der bergigen Höhn
Mich nie mehr kennen, mich nie mehr sehn!
Ich will's nicht, dass man es Thränen heißt,
Wenn mir der Rauch in die Augen beißt,
Wenn das junge Volk seine Späße macht
Und zwei Buhlen sich küssen-in dieser Nacht…

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de