2017-03-22

C.Busse-Vagabunden: Traumleben (80)




Traumleben

Herr der trügerischen Reiche,
Blasser Gaukler, Freund der Nacht,
Immer, sinkt der Abend nieder,
Neigst du dich auf diese Lider,
Und ich spür' die Hand, die bleiche,
Die mich krank und müde macht.

Einen Garten läßt du düften,
Der schon längst kein Blühn mehr trug,
Wälder, die die Art geschlagen,
Rauschen wie in früh'ren Tagen,
Und aus ein gesunknen Grüften
Lockst du einen stillen Zug.

Meine Toten.… leise, leise….,
Die der große Mäher schnitt,
Schau'n mich an mit stillen Blicken,
Und sie wandeln, und sie nicken.
Im geheimnisvollen Kreise
Steh' ich selbst und wandle mit.

O es raunt in diesen Nächten,
Was kein Tag verspricht und giebt.
Meine roten Sünden glänzen,
Liebchen mit zerpflücktem Kränzen
Schütteln ihrer goldnen Flechten,
Flechten, die ich einst geliebt.

Wehrend vor geheim Erstrebtes
Stellt sich nicht mehr Scham und Scheu.
Mächtig braust ohn' Halt und Hülle
Aller Bronnen tiefste Fülle.
Früh Verlornes, Ungelebtes
Leb' ich wieder, leb' ich neu.

Thatenlos wank' ich dann und schleiche-,
Kommt der Tag-am Tag vorbei.
Nur die That bricht Freiheitsgassen-
Willst du mich denn nie verlassen?
Herr der trügerischen Reiche,

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