01.03.2017

Gedichte von Carl Busse: Vor dem Gewitter (71)




Vor dem Gewitter

Schwül drückte die Luft und der Tag versank,
Und die Lande lagen in Träumen,
Wie pochenende Reue flüsterte bang
Der Thauwind in den Bäumen.

Kein Licht am Himmel, der Vollmond schlief
In dunklen Wolkengezelten,
Ein Vogel schwirrte, und geisterhaft rief
Sein Schrei durch die ängstlichen Welten.

Sonst hörtest du nichts; nur hier und da
Schwergehend ein großes Atemholen-
Wie Frauenhaarduft, betäubend und nah-
Von Rosen und Nachtviolen.

Zwei Fledermäuse flatterten grau,
Und hinter dem thauwindgescheuchten,
Fliehenden Wolken, schweflig und blau,
Glühte ein Wetterleuchten.




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