2017-03-01

Gedichte von Carl Busse: Vor der Wiege (72)




Vor der Wiege

Sonnenblumen am Gartenthor,
Schläfrig summt sich die Fliege,
Summt sich die Biene ihr Liedchen vor,
Summen über der Wiege.

Drin ein kleines, herziges Ding,
Mag sich nicht rühren und regen,
Krähte doch eben, zappelnd und flink,
Noch der Mutter entgegen.

Hat ihr tüchtig das Haar zerzaust,
Lachten die beiden so selig,
Macht nun das rosige Patschen zur Faust
Und entschlummert allmählich.

Singt es die Mutter noch tiefer in Ruh,
Schaukelt sachte die Wiege,
Singt auch sachte die Biene dazu
Und die summende Fliege.

Tönt so lieblich, schläfernd und lind,
Kennst du die alte Weise?
„Das ist der Wind, das himmlische Kind“….
Singt die Mutter noch leise.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de