02.03.2017

Gedichte von Carl Busse: Wunsch (80)




Wunsch

Ach hätt' ich doch Gold, alle Taschen voll,
Ach hätt' ich doch Wagen und Pferde!
Wie möcht' ich reisen, wie braust' ich so toll
Weit über die herrliche Erde!
Den Hut auf der Seite in Saus und Braus,
Stets Weine von edelster Würze,
Und die Mädchen schielten die Augen sich aus
Und zupften verschämt an der Schürze.
Ich aber packte die Schönste beim Zopf,
Was thät's dann könnt' ich's ja wagen!
Und zög' ihr zum Nacken den lachenden Kopf
Und küsste sie ohne zu fragen.
Das Herz mir im Leibe so lustig, so toll-
Herrgott, wie schön wär' die Erde!
Ach hätt' ich doch Gold, alle Taschen voll,
Ach hätt' ich doch Wagen und Pferde!

Hei wie das von Städtchen zu Städtchen dann ging
Und sänge bald laut und bald leise!
Und Försters Mariechen, daß goldblonde Ding,
Das nähm' ich mir mit auf die Reise.

Sie hat mich geküsst, als mich jeder verdammt,
Nun sollte die Sache sich ändern,
Ich kaufte ihre Kleider von Seiden und Sammt
Mit Spitzen und Blumen und Bändern.
Doch träf' eine Braune mein wandernder Schritt,
Ich sag' ihr am liebsten gleich heute:
Braunhaariges Mädel, komm auch noch mit,
Wir drei sind lustige Leute!
Wir lebten so herrlich, wir lebten so toll,
Herrgott, wie schön wär die Erde!
Ach hätt' ich nur Gold, alle Taschen voll,
Ach hätt' ich nur Wagen und Pferde.




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