2017-04-08

Gedichte Friedrich Gruppe: Winterbilder-2 (10)



2.

Die Morgennebel wallen nieder,
Es hebt der Wald sich aus dem Duft,
Kein Hälmchen wankt, am Halsgefieder
Des Vogels spielt kein Hauch der Luft.

Keine Laut erschallt: es würden fliegen
Die lockern Flocken von dem Baum,
Die auf den kleinen Aestchen liegen,
Und auf schlafmüder Vögel Flaum.

Nur schreitet einsam, scheu und leise
Und sieht sich um das junge Reh,
Behutsam auf des Waldbachs Eise,
Und drückt die Spur in dünnen Schnee.

Der Jäger, der weit drüben lauert,
Horcht nur der Waldestille zu,
Und setzt, da's ihm zu lange dauert,
Den schon gespannten Hahn in Ruh.


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