20.05.2017

Goethes Briefe an Ch.v.Stein: 08.02.1781 (499)




08.02.81

Mit Ihrem Freunde gehts so ziemlich, er hat gut geschlafen nur heute früh Nasenbluten beym Aufstehn gehabt, welches ich einem gebratnen Täubgen und einigen Gläsern Wein zuschreibe die er gestern Abend als er von Ihnen ging noch zu sich nahm. Es zeigt sich also immer noch eine Unregelmäsigkeit welche nebst anderen die Götter ins gleiche bringen mögen. Ferner geht mir eine Grille durch den Kopf: ob ich wohl thue bey der Maskerade zu seyn. Wär ich nicht mit Ihnen versprochen, würd ich ihr nachhängen, so aber will ich's ganz in Ihre Hände legen, sehen Sie's unbefangen an und sagen Sie mir ob ich soll oder nicht, ohne die Ursachen hinzuzuthun. Ihr Ausspruch allein soll mich bestimmen und beruhigen. Fänden Sie dass ich wohl thue davon zu bleiben; so hab ich in meiner Kranckheit eine bereite Entschuldigung, ich will doch für alles sorgen, Ihre Maske mit ausstudiren helfen die Verse machen, kurz es soll nichts fehlen. Der Prinz würde Ihre Moitie, und wenn ich ihn heimlich beneidete so würd ich doch ein süs Gesicht dazu machen. Adieu beste. sagen Sie mir wie Sie leben. Ich will mich heute zu Haus halten. d. 8ten Febr. 81.




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