2017-07-29

Gedichte von C.D.F.Schubert: Schlittenlied (50)



Schlittenlied

Schon wiehert der Schimmel
Sein muthig Geschrei;
Er stampft; denn es glitten
Geflügelte Schlitten
Am Stalle vorbei.

Was wichsest du Kutscher
Den Schnurrbart? – Spann' an!
Und schirre den Schimmel;
Denn schön ist der Himmel
Und prächtig die Bahn.

Hop! heisa! Wie fliegt schon
Der Schlitten dahin!
In sausender Eile
Wie zischende Pfeile,
So fliegt er dahin.

Schon hängt an der Mähne
Ein silberner Duft;
Der Himmel ist heiter,
Die Seele wird weiter
Und schwimmt in der Luft.

Harmonische Glocken
Ertönen wie schön!
Welch himmlische Klänge,
Wie Vogelgesänge,
Wie Flötengetön!

Es schüttelt der Schimmel
Der Schellen Musik;
Kling, ling, ling, wir lassen
Geglättete Straßen
Im Fluge zurück.

Dort zittert im Froste
Ein weibischer Thor,
Ein menschliches Häschen,
Der's weidliche Näschen
Beinahe verlor.

Doch laßt es dort zittern,
Das Männchen von Brei!
Es klatsche die Peitsche,
Wir rollen als Deutsche
Im Fluge vorbei.

Schon sprudelt die Flasche
Vom rheinischen Most;
Trinkt, fröhliche Brüder,
Wein, Mädchen und Lieder
Verjagen den Frost.


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