30.07.2017

Gedichte von E.Blass: Die Kindheit (7)



Die Kindheit

Die Knaben:

Wir sahn im Traume, wie ein fiebrig Sterben
Da war und unser Glück nervös befaßte.
Wir sahn im Traume unsre Mutter sterben.
Die Lampe kam; der Tag schlug auf die Taste.
Wir stiegen aus dem Bette, weinend, dumm.
Nun ist es Tag, wir gehen in die Schule,
Wir spielen Jagd; auf zu Indianerfabeln!

Die Mädchen

In unsern Köpfen hüpfen blank Vokabeln,
Und vor Vokabeln hüpfen unsre Köpfe.
Es fallen auf die Mappen unsre Zöpfe.

Die Knaben

Wir sind ja dumm vor Leben.
Wir sind klein.
In unsern Nächten brechen Mörder ein.
Und unser Morgen kennt dies dumpfe Beben
Von Unentrinnbarkeit und Lampenschein.



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