2017-07-30

Gedichte von E.Blass: Die Knaben (8)



Die Knaben

Wir badeten im Mittag wie im Meer.
Wir lasen von den großen Albatrossen,
In weißen Schiffen fuhren wir umher.

Doch wie der Feind kam, zuckten unsre Herzen.
Es starben viele, viele schrien in Schmerzen:
»Volldampf voraus!«. Jetzt hieß es totgeschossen.

Wir werden unsre Schularbeiten machen,
Bis Abend kommt. Dann wird auf einmal tot
Im Hüpfen unser vogelhaftes Lachen,
Beim Schlafengehen, nach dem Abendbrot.

Wir beten dann: O Gott, daß nichts passiert,
Nichts Schlimmes, nichts, Gott, Schlimmes, nichts, Gott gebs!
Und wenn aus Träumen flammig Sterben stiert,
Behüte Gott uns vor dem Magenkrebs!

Wir geben unsre Mutter langsam her,
Mit Leben ganz allein - Die Türen gehn
Wir werden windig-weite Plätze sehn,

Wo Leben träumt und tötet. Mit der Keule
Schlägt in den mattem Krampf der Stimmen wer.
Schlaf drückt uns zu wie eine schwere Säule. 

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