12.08.2017

Adventslied (3)



Adventslied

Trüb ist es, ja recht trübe
Rings finster, dunkle Nacht,
Asche die Glut der Liebe,
Von Gott einst angefacht.

Erloschen in dem Herzen
Des alten Glaubens Licht,
Wohl Flammen tausend Kerzen,
Doch sind's die rechten nicht.

Wohl will ich Glocken läuten,
Auf Türmen nah und fern,
Seh' annoch Pilger schreiten
Hin zu dem Haus des Herrn:

Doch in des Volkes Schaaren
Lebt nicht mehr jener Geist,
Der nieder einst gefahren,
Den man den Heil'gen heißt:

Der in den alten Zeiten
Geglüt in heißer Glut,
Für den in heil' gen Streiten
Das Volk verspritzt sein Blut.

Viel Salz ist taub geworden:
Zwar fehlt's bis heute nicht
An Reden und an Worten,
Doch fehlt's an Öl und Licht.

Dicht hinter Eisenstangen,
Von Mauern rings umbaut
Sitzt gleich dem Herrn gefangen
Die Kirche, seiner Braut.

So mancher, der vorüber
An ihrem Kerker geht,
Er freut sich, säh' noch lieber
Sie tot am Kreuz erhöht.

Drum Herr, drum komm hernieder,
Doch nicht als Kindlein mild,
Wie einst beim Klang der Lieder
Auf Bethlehem Gefild:

Nein, komm als strenger Richter,
Das Schwert in Deiner Hand,
Lösch aus die irren Lichter
Rings lodernd angebrannt:

Zerschmett're die Altäre,
Dem Baal stolz aufgebaut,
Rück an mit Deinem Heere,
Befreie Deine Braut!

Zersprenge ihre Bande,
Reiß auf ihr Kerkerthor,
Und führe die Verkannte
Ans Tageslicht hervor!

Und nimm von ihrem Haupte
Den blutgen Dornenkranz,
Schmückt wieder die Beraubte
Mit alter Schönheit Glanz.

Komm bald, komm bald hernieder,
Du Retter, Heiland, Held,
Tief liegt im Argen wieder

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