13.08.2017

Das Vöglein und der Dichter (11)



  Das Vöglein und der Dichter

Lieb Vöglein singt auf dürrem Ast
Sein Liedchen sonder Ruh und Rast,
Und ruft: „Herbei, herbei, herbei
Komm doch Du schöner, holder Mai!

Schaus Bächlein möcht' entgegen schnell,
Zum Gruß Dir laufend sprudelnd hell,
Doch hält's gefangen mit Gewalt
Streng Winter unterm Eis im Wald.

Die Blumen träumen längst von Dir,
Er steht vor ihrer Kammerthür,
Hält Wache leise Tag und Nacht,
Dass keine auf vom Schlummer wacht.

Und lauschet eine hier und da
Hervor, neugierig blickend, ha
Wie fährt er an sie grimmig, wild,
So dass sie wieder in sich wild hüllt.

Drum komm mit Deinem Sonnenstrahl
Lieb Mai und treib ihn aus dem Tal,
Spreng auf sein eisig Kerkerthor,
Führ' die Gefang'nen all hervor.

Ward Vöglein, wart ich helfe Dir,
Lang meine Harfe auch herfür,
Wir singen laut durch Flur und Hain,
Lieb Frühling fahr ins Land herein.

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