03.08.2017

Emil Alphons Rheinhardt Gedichte: Lüge (5)



Lüge

Wer tat mir die Lüge an?
Lüge ist in zwölf Taten
Von Mund und Hand um mich getan.
Die gute Stimme schweigt:
Die Schlange Nahas hat Gewalt
Und schwarzes Wasser steigt.
Erst war es noch Gesang.
Jetzt bluten heilige Länder schon
Groß gegen Untergang.
Die reine Fabel hängt
Zerschlissen vor dem schlechten Blick,
Der Sein in Schauder lenkt,
Kains Stimme ist im Wind.
Wer weiß ein brüderliches Wort,
Nun wir verloren sind!
Wo ist der Mund, der sprach?
Wo ist die Hand, die Rettung war,
Wenn Wort und Blick zerbrach?
Wer zeugt mit reinem Sein?
Prophet vertat sich. Herakles
Taucht aus der Kundschaft klein.
Wer brach den Menschenblick?
Wer nahm das Wort aus Wahrheit fort
Und warf es an Geschick?
O Lüge ist im Sein!
Sternbahn verschweigt sich, geisterwärts,

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