03.08.2017

Emil Alphons Rheinhardt Gedichte: Lust (6)

   


    Lust

Hast du mir vorausgelebt
Liebschaft, traumverwittertes Geheimnis,
Mädchenwerk aus Sehnsucht, blind und süß
Bieg' ich tiefer mich in die Umarmung,
Tief dir nach . . . und hab' dich eingeholt.
Wie verrät der aufgebrochene Mund
(Süße der Granatäpfel, ganz innen
Voll Ursommer) schauerlich verzückt
Aufgespartes aus aprilenen Winkeln.
Toll verblutend überstürzt mich dein
Sehnliches Erfüllungsflüchten.
Du! Sag' alles! Noch dies Zucken, noch
Krampf und Schluchzen!
Flüchte rückgebogen. Deiner Knie
Aneinanderpressen ist zerrissen.
Stammle und gestehe dich dem Rasen!
Keine goldenen Wolkenflüge mehr.
Keine sanften blauen Mythen abends,
Keine Genien zärtlicher Verwirrung.
Denn jetzt gilt es dich!
Stürzt du dich schon in das Todgefühl?
Bist du schon dein Blut und deine Brüste
Und der Schrei, der ohne dich aufkeuchte?
Greif dir deine letzte Wirklichkeit!
Keine gilt dich furchtbarer und schöner.
Du verrätst mich, da ich dich zerbreche.

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