04.08.2017

Emil Alphons Rheinhardt Gedichte: Magie der Lust (7)



 Magie der Lust

Die tiefere Entzückung
Weiß keine Angesichte mehr.
Kindheitsgelüste vielleicht
Werden sich erkennen
An Rauschen von Kleidern,
An Düften aus Gartennachmittag.
Was hinriß aus blauen Blicken,
Mit neuer Lust verlockt.
Mit Zuckung und Verschleierung,
Das lächelt tief und wegelos.
Das Du ist nicht mehr Du.
Das menschenäugige Warten
Ist ohne Ruf. Der Vogelflug,
Das Grün herbstlicher Himmel
Meint nicht mehr Jahr und Menschenwölken.
Die Zeichen sind in sich gewandt,
Sich zugetan und innerlich
Samenlose Früchte.
Kein Irgendwo der Geltung mehr
Entzaubert die Blutfernen.
Und selbst die Blicke, die sehr alt
Verhaltnem Mädchenschritt gefolgt,
Erblinden sanft im tieferen
Gesichte, dem die Mienen
Abwelken und ein Ruhendes
Dartun als Sein und Antlitz.
Das aber weiß kein Sinn mehr.
(Wissen ging mit dem Vogelflug
   Und schläft im Gartennachmittag
Über abdunkelnden Teichen.)
Kein Sinn mehr weiß. Kein Angesicht
Neigt sich in die tödliche
Lust, die sich überwand in Lust

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