2017-08-04

Emil Alphons Rheinhardt Gedichte: Ode an die toten Jünglinge (13)



   Ode an die toten Jünglinge

Ihr Jünglinge,
Wenn euer Leib die tiefe Zwiesprache
Mit der Erde erfüllt hat
Und ihr diesen letzten Weg geschritten seid,
Ruhend bewegt noch;
Dann kehrt ihr Vollendeten leicht
Den klargewordenen Blick
Uns Gebliebenen zu,
Uns Vergangenen des Lebens
Ihr Vergangenen des Todes.
Dann seid mir gnädig, reine Schauende,
Der ich es wage, obgleich eueren Alters
Und eueren Schicksals Gefährte ehdem,
Daß ich mein Haupt hebe im Lichte,
Daß ich mit Hoffnungen gehe und Liebe trage,
Daß ich Zukunft denke, da ihr.
Bessere, Würdigere,
Fortgenommen seid aus dem Werden.
Ihr, in denen die Welt sich neu bereitete,
Menschheitsseele geheiliget gärte,
Die ihr mit allem Irdischen
Einstandet für eueren Traum.

Entrückte Heilige, zu euch bete ich.
Die ihr, hundert und tausend,
Trüget, was ich trage.
Wäret, was ich bin.
Euer gedenkend, schamvoll im Lichte,
Ich Entronnener annoch, willig zum Glücke,
Will ein Herz reinlieben,
Will einen Geist lauterschaffen.
Daß ihr im All dereinst,
Wenn ich kehre, wo ihr seid,
Brüderlich mir begegnet.
Daß ihr mich grüßen kommet
Und euch euere vergangene Erdenseele
Größer, erfüllter, weltvoller
Wiederkehre mit mir,
Der ich nun Sendung trage:
Euch zu vollenden.
Das Teil, das ihr gelassen habt.
Zu einem Leben zu schaffen,
Euerer Jugend gemäß.

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