13.08.2017

Gedichte Albert Werfer: Friedhof (14)



Friedhof

Wie fühlt so kühl sich diese Erde an,
Herausgeworfen aus dem Grab da unten,
Ich glaube fast, dass sie auch lindern kann
Des Menschenherzens glühend heiße Wunden.

Auch Du, Du schwarze, dunkle Kirchhoftür
Vermagst es, von des Lebens bittern Leiden,
Von Hass und Neid und wilder Sinnengier
Mit Einmal auf immer abzuscheiden.

Drum sehnet sich mein Herz oft heiß und sehr
Nach diesem Ort, zumal in trüben Tagen,
Und nach der Zeit, da schweigend sie hieher
Gebettet mich im schwarzen Schreine tragen.

Doch ist's zum Sterben jetzt noch keine Zeit,
Es gibt noch Viel zu wirken und zu schaffen:
Gestritten werden muss noch mancher Streit
Und blutig manche Wunde vorher klaffen.

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