07.08.2017

Gedichte: Freiheit auf Reisen (14)

Gedichte Tannen


Freiheit auf Reisen

Die Freiheit kam auf Reisen
Auch einst ins deutsche Land,
Weil sie den Paß verloren,
Fiel sie in Häscher's Hand!

Man legte sie in Ketten
Und Kerker dumpf und kalt,
Ihr gab man Brod und Wasser
Zu essen, schlecht und alt!

Sie wurde blaß und mager
Wohl gar von Tag zu Tag!
Sie stöhnte nichts wie Seufzer,
Sie rief stets weh' und ach!

Der schlich die liebe Sonne
Durch's kleine Fenster ein.
Sie ward befreit, oh Wonne!
Von aller ihrer Pein.

Und als sie Schloß und Riegel
Von ihrem Kerker brach:
Da wackelten die Throne,
Die Fürsten wurden wach!

Die Völker wurden munter,
Wie Vögelchen im März;
Und man vergaß mitunter
Wohl seinen herben Schmerz!

Man steckte an die Mützen
Kokarden, Schwarz-Roth-Gold!
Dies sind die deutschen Farben,
Die Mode es so wollt'.

Ich selbst hab' eine Mütze
Mit Adler und Kokard',
Die mir zum Wiegenfeste
Von meiner Liebsten ward.

Und März ist es bald wieder,
Nun sind sie verschwunden all'!
Ich glaub' es fest, die Freiheit
In Frankfurt kam zu Fall!

Hör' auf, hör' auf zu leiern,
Dein Lied wird gar zu kühn!
Sonst könnt' es Dir ergehen,
Wie's Vielen ging zu Wien!

Oder Wrangel würde kommen
Mit seiner Zensorscheer',-
Würd' Dein Gedicht zerschneiden,
Daß es ohn' Form wohl wär'!

Würd' es wohl gar verbieten,
Ach, Wrangel! thu' es doch.
Dadurch würd' ich erzielen

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