2017-08-07

Tannen-Gedichte: Der junge Tag (6)

Porträt


Der junge Tag

Es war noch früh, der junge Tag
Wurd' eben aus dem Schlafe wach,
Und wusch sein Aug' im Morgenthau,
Er war ja noch vom Schlaf so flau,
Da es noch früh!

Und wie er einsog frische Luft,
Der Blumen lieblich frischen Duft,
Da wurd' sein Aug' allmählich hell,
Er trank aus sprudelnd klarer Quell'
Da es noch früh!

Und lief durch Berg' und lief durch's Thal,
Erst die Sänger zu wecken all'!
Dann lief er nach des Landmanns Haus
Und rief: Steh' auf, heraus, heraus!
Da es noch früh!

Er kam zur Stadt, noch Alles schlief,
Und wie er klopfte, sah man schief!
Denn in der Stadt da schlafen gern
Statt Nachts am Tage die großen Herrn,
Es war noch früh!



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